Welches Makroobjektiv?

Für Fragen, die primär nichts mit unseren Fischen zu tun haben
Leetah

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Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Leetah »

Guten Morgen!

Da ich mir in den nächsten Monaten wahrscheinlich ein Makroobjektiv zulegen möchte, würden mich eure Erfahrungen interessieren. Welche nutzt iohr, wie ist die Bildqualität, wie schnell der Autofokus, nutzt ihr einen Bildstabilisator etc.
Eigentich hatte ich das Sigma 105mm ins Auge gefasst (mit Stabi), habe jetzt aber gelsen, dass der AF doch recht langsam sein soll, was bei beweglichen Objekten sicherlich ein Nachteil sein könnte.
manticora

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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von manticora »

Eine gewisse "Grundinformation" sollte schon sein. Am wichtigsten: Welche Kamera hast du überhaupt?
Ich selbst hab einen Canon 500D und nutze ein Tamron AF 90mm 2,8 Macro 1:1 SP und bin sehr zufrieden damit.
...übrigens Autofokus ist schön und gut, kannste aber beim Fische fotografieren getrost ausschalten...
Knut
Knut Bieler, DKG 915
Leetah

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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Leetah »

Stimmt, ich vergesse immer, dass andere nicht wissen, was für mich selbstverständlich ist...

Ich hab nur ne eos 1000d.

Wieso kein AF bei Fischen? Bin ziemlich talentiert im schief gucken und schaff es nie wirklich, etwas manuell scharf zu bekommen, da fehlt mir einfach der Feinblick für. Und da ich ja nicht nur Fische fotografieren möchte, spielt das für mich schon eine Rolle, dass der AF halbwegs passt...
Was meinst du denn zum Bildstabilisator? Nötig oder eher nicht? Sind zum Teil 300€ ufpreis, aber lohnt das wirklich?
Steven

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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Steven »

Hallo Tanja,

also AF kannste dir bei Fischen echt sparen. Eventuell geht es noch mit nem Ultraschall-AF, wie es Canon verwendet. Das kostet aber richtig. Wenn du die AF-Messung auf "Spot" stellst, geht es doch eigentlich ganz gut. Und wenn du nen Fisch ablichten willst, steht der ja auch üblicherweise, so dass du in Ruhe manuell fokussieren kannst.
Stabi kann man sich m.E. nach auch fast sparen. Auf die kurze Entfernung und bei so schnellen Verschlußzeiten halte ich es für unnötig.

Ich selbst benutze das 100er von Tokina und bin sehr zufrieden damit.
Du kannst dich ja mal hier durchlesen: http://www.nnplus.de/macro/Macro100.html

Gruß, Steven
Gut gemeint, ist das Gegenteil von gut gemacht.
Nothoalex
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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Nothoalex »

Hallo Tanja,

ich benutze ein Canon 100mm Macro USM - kostet zwar um einiges mehr als Deine Kamera aber es ist jeden Cent wert. Hab noch nie so knackig scharfe Fotos gesehen, wie mit dem Objektiv aufgenommene. Hat aber auch den Nachteil, dass jede Alge und jeder Kratzer auf der Aquarienscheibe auf dem Foto ist - so extrem hatte ich es bei meinem 60mm Tamron nicht.
Bildstabi kannst Dir schenken; AF ist nur bedingt bei Aquarien einsetzbar, da die meist zu dunkel (jedenfalls bei meinen Killi-Becken)sind als dass sich der AF schnell genug scharf stellt. In 60er Standardbecken, die nur eine Hintergrundbepflanzung und keine Schwimmpflanzendecke haben arbeitet der AF schnell und zuverlässig.

Gruß
Alexander
Dieter Ott

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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Dieter Ott »

Hallo Tanja,

wenn Du beim Fotografieren Deiner Fische mit Autofokus (nur zum gegenseitigen Verständnis: Bei Fischen soll zumindest das Auge scharf sein.) zurecht kämst, würde ich Dich bewundern. Bei mir hat es nicht geklappt und das ist wohl die Erfahrung der Meisten (Aller?). Nur Draufhalten und hoffen, dass das der Autofokus richtet, wird nur in wenigen Fällen ein gutes Bild bringen.

Dein Interesse an einem Bildstabilisator würde ich hinterfragen wollen. Was willst Du damit bezwecken? Das wirft auch die Frage auf, wie willst Du Deine Aufnahme technisch realisieren. Ich nutze eine feste Belichtungszeit von 200tel sec., damit das Umgebungslicht keine Rolle spielt. Zudem nutze ich an der Kamera E-TTL mit zwei Speedlites als Slaves (über Infrarot), bei denen ich manuell die Telefunktion für bestimmte Effekte einstellen kann. Da brauche ich keinen Bildstabilisator. Wie willst Du die Fische fotografieren?

Ach ja, das Objektiv: Ich nutze das systemgerechte 60er von Canon. Bei einer längeren Brennweite kannst die nicht erreichbare Tiefenschärfe nutzen, um den Hintergrund in Farbflecken aufzulösen, was ganz gut wirkt.

Gruß
Dieter
Leetah

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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Leetah »

Hallo Dieter,

der "Kurs" zur Einführung in die Aquarienfotografie ist ja leider erst im Mai, von daher hab ich leider gar keine Ahnung, worauf es beim Objektiv zu achten gilt.
Zum Stabi: In diversen Foren wird die Frage sehr kontrovers diskutiert. Und da ich das Objektiv ja auch draußen nutzen möchte, bin ich diesbezüglich unsicher. Mancher sagt ja, andere nein, aber ich fürchte, die entgültige Entscheidung trifft da das Portmonee...

Was nutzt ihr denn für Stative? Einbein- oder Dreibein?
Jeronimo

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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Jeronimo »

Hallo Tanja,
ich beschäftige mich nun seit ca. 4 Jahren recht intensiv mit Aquarienfotografie und möchte Dir auch noch ein paar Anmerkungen zur Aquarienfotografie und benötigten/ nicht benötigten Utensilien mit auf den Weg geben:

1.) in aller Regel wirst Du ( insbesondere bei unseren kleinen Killifischen ) damit kämpfen die Tiere scharf abgebildet zu bekommen. Dies gilt insbesondere wenn Du sie nahezu formatfüllend ablichten möchtest. Daraus resultiert, daß Du fast immer mit höheren Blendenwerten, also geschlossener Blende arbeiten mußt, um überhaupt etwas vom Fisch scharf zu bekommen. Geschlossene Blende ( hoher Blendenwert ) bedeutet aber immer auch, daß wenig Licht zum Sensor gelangt. Der Aquarienfotograf kämpft mit einem chronischen Lichtmangel. So lauten die letzten Worte eines Aquarienfotografen auch: "MEHR LICHT !" :mrgreen:

Das heißt Aquarienfotografie ist fast ausnahmslos Blitzfotografie. Wenn es qualitativ gute Bilder werden sollen, wirst Du um ein oder besser zwei entfesselt betriebene Blitze nicht herumkommen. Daraus resultiert auch gleich

Punkt 2 : Da Du mit Blitz fotografierst, hast Du fast immer kurze Verschlußzeiten und brauchst Dir um Bewegungsunschärfe kaum Gedanken machen. Stative nützen Dir nur was, wenn Dein abzulichtendes Objekt schön stillhält, damit Du in Ruhe scharf stellen, focussieren und dann abdrücken kannst. So erhältst Du auch bei schlechten Lichtverhältnissen scharfe und ausreichend belichtete Bilder. Bis auf wenige Fische werden die Tiere aber nicht brav warten bis Du Dein Bild geschossen hast. :twisted:
Lange Rede kurzer Sinn : ein Stativ wird Dich bei Deiner Arbeit am Aquarium nur behindern - Spare das Geld und investiere in Objektiv und Blitze !!!

Punkt 3 : Autofocus: Im Aquarium herrscht Lichtmangel, bei dem die meißten Autofocussysteme Probleme mit dem exakten Focussieren haben : bis die Kamera scharfgestellt hat, hat sich der Fisch schon längst weggedreht oder ist aus dem Blickfeld geschwommen. Ein guter Autofokus ist zwar für die "normale" Fotografie sehr angenehm, in der Aqaurienfotografie ist er meiner Erfahrung nach eher hinderlich. Fast alle Aquarienfotografen, die ich kenne focussieren manuell.

Und jetzt zur Hauptfrage : Welches Objektiv und mit/oder ohne Bildstabilisator? - Der Bildstabilisator soll Dir in der Freihandfotografie eine verwacklungsfreie Abbildung unbewegter Motive ermöglichen. Im günstigsten Fall brächte dies eine 16-fach längere
Belichtungszeit. - Ob man es außerhalb der Aquarienfotografie wirklich merkt und ausnutzt - ich weiß es nicht. Wenn ich unsicher
bin und längere Verschlußzeiten benötige greife ich im Zweifelsfall zum Stativ. In der Aquarienfotrografie aber wirst Du keinen Bildstabilisator benötigen. Hier arbeitest Du in aller Regel mit Verschlußzeiten zwischen 1/125 - 1/200 sec., da bringt Dir der Bildstabilisator keinen Benefit.

Und welches Objektiv nehm ich jetzt wirst Du Dich fragen? - Nun, Du hast schon ein paar Beispiele genannt bekommen und alle Fotografen schienen mit ihrer Wahl des Objektivs recht zufrieden zu sein. Wie Knut, so besitze auch ich das Tamron AF 90mm 2,8 Macro 1:1 und bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden.
Vielleicht kannst Du ja mal zu einem Fotohändler Deines Vertrauens gehen und fragen, ob Du ein oder zwei Objektive zum Ausprobieren mit nach Hause nehmen darfst. Dann probierst Du sie einfach mal aus.

Wenn man sich ein wenig umhört bei den Aquarienfotografen die mit einem Canon-System arbeiten, dann fällt, wie auch bei Dieter,häufig der Name
Canon EF-S Makro-Objektiv 60 mm - F/2.8 - und ich habe bisher mit keinem Aquarienfotografen gesprochen, der unzufrieden damit war.

Ich denke es wäre eine gute Wahl

Liebe Grüße Ralph
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Leetah

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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Leetah »

Hallo Ralph,

danke für die sehr ausführliche Antwort. Nen Blitz hab ich noch, Stative stehen auch zwei bei mir rum, von daher würd ich da nicht sooo viel Geld ausgeben müssen. Jetzt hab ich nur noch die Frge, ob ihr nen pol-Filter nutzt oder ob ich durch einen über dem AQ angebrachten Blitz ohnehin keine Probleme mit Spiegelungen/Lichtreflexen habt? Da die Dinger ja sehr teuer sind und ich mir auf jeden Fall einen für mein 17-50mm kaufen werde, würd ich mir den gerne sparen, wenns irgendwie möglich ist.

Vielleicht hat ja hier im Forum jemand zufällig ein Objektiv abzugeben? ;)
Hubert
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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Hubert »

Hallo,
icg glaube, dass die langen Makrobrennweiten eher was für Vollformatkameras sind. Da Deine Kamera nur das 1,6-fache der Bilddiagonalen eines Kleinbildfilms hat, reichen 50-70mm eigentlich aus.
Ein 60 mm enspricht knapp 100 mm bei Kleinbild.
Ich habe selbst ein 90mm-Makro, aber das ist nicht für die Digikam beschafft worden. Im Fischkeller bin ich da häufig mit dem Kopf am Becken gegenüber...
Wichtiger ist m.E. eher eine brauchbare Lichtstärke. Über Blende 2,8 wind das Einstellen sehr schwierig.
Die kleinen Makros von Sigma sind übrigens bei den Tests der Fotozeitschriften, die ich bisher gelesen habe, immer vorne mit dabei gewesen.
Bei den Fotos im Makrobereich muß man übrigens kräftig abblenden, damit überhaupt so etwas wie Schärfentiefe entsteht. Schon aus diesem Grund geht fast nichts ohne Blitz.

Gruß Hubert
Hubert
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Hubert
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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Hubert »

Hallo nochmal,
die Frage mit dem Polfilter hatte ich noch verdrängt...
Also, der Filter frsit Dir per se etwa die Hälfte des Lichtes auf - und bringt für diesen Anwendungsfall eigentlich nichts. Die Reflexe auf dem Glas haben keine eigene Polarisationsebene, die man ausblenden könnte.
Die Spiegelungen im Glas kann er also nicht schlucken, da muß am ein bischen Physik einbringen (Einfallwinkel=Ausfallswinkel vermeiden und Doppelspiegelungen in Glasecken beachten...).
Das Schöne an der digitalen Fotografie ist doch, dass die Lehrstunden praktisch kein Geld kosten und man sofort sehen kann, was daneben gegangen ist.

Gruß Hubert
Hubert
DKG 353
AG Eurasier und Nordamerikaner
Leetah

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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Leetah »

Und noch besser ist, dass sich hier so viele mit dem Therma beschäftigen und ihre Erfahrungen teilen!

Das einzige Problem ist, dass die Anschaffung so ins Geld geht. Und da ich auch vor habe, draußen Tiere und Pflanzen zu fotografieren (wobei ich nicht weiß obs mehr Tiere oder Blümchen werden), muss ich schauen, dass ich die optimale Brennweite finde. Bei 70mm muss man doch einiges näher ran als bei 100mm, wobei ich noch nicht so genau abschätzen kann, um wieviele cm es sich tatsächich handelt... Falls mir bitte jemand die richtigen Lottozahlen oder die Zahlen für den Eurojackpott verraten würde, dann müsste ich nicht so viel überlegen. ;)
Jeronimo

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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Jeronimo »

Leetah hat geschrieben:... Falls mir bitte jemand die richtigen Lottozahlen oder die Zahlen für den Eurojackpott verraten würde, dann müsste ich nicht so viel überlegen. ;)
Also letzte Woche waren es : 22, 35, 37, 39, 43, 49 :mrgreen:

L.G. Ralph
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Leetah

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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Leetah »

Deine Glaskugel ist kaputt, ich meinte eher die von NÄCHSTEM Freitag oder Samstag! :P
Werner
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Re: Welches Makroobjektiv?

Beitrag von Werner »

Hallo Tanja,
bei der Objektiv-Frage möchte ich Hubert beipflichten. Außerhalb des Fischkellers benutze ich ein 2,8/150 mm Makro der genannten Marke und bin sehr zufrieden damit. Für Fischfotos verwende ich ein fast 20 Jahre altes AF 2,8/6o mm Makro von Nikon, früher an analogen heute an digitalen Kameras.
Im übrigen bleibt der ABM 1:1 egal ob Vollformat oder APS Sensor, nur der Aufnahmeabstand verändert sich. Zu Fischfotos benutze ich nie ein Staiv bei allen anderen Makroaufnahmen immer!! Ein Makro braucht m. E. keinen Stabilisator und AF obwohl ich den AF immer dann einschalte wenn ich die Wackelei (vor und zurück) mit dem Kopf leid bin.

Viele Grüße
Werner
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