Tod während des Schlupfs

Aplocheilichtys, Hypsopanchax, Plataplochilus, Procatopus etc.
Antworten
Nana
Beiträge: 3
Registriert: 01 Sep 2020 09:51

Tod während des Schlupfs

Beitrag von Nana »

Hallo, ich vermehre Poropanchax normanni, indem ich ab und zu Eier aus dem Moos "ernte"
und getrennt in einer Plastikschale zum Schlupf bringe.
Jetzt nach ungefähr einem Jahr problemloser Vermehrung schlüpft nur noch jedes 50. Jungtier. Die Eier entwickeln sich gut, kaum Verpilzung, aber die Jungen scheinen Probleme zu haben aus dem Ei zu schlüpfen. Ich finde morgens immer geschlüpfte Larven, die verkrümmt mit Eihülle auf dem Boden liegen. Sehr frustrierend.
Täglicher Wasserwechsel und zeitweiser Einsatz von Catappablättern ändern nichts an der Situation.
Kann es sein, dass die Elterntiere zu alt werden und deshalb die Genetik nicht mehr stimmt? Das Männchen habe ich bereits ausgetauscht. Aber die bevorzugten Weibchen sind mindestens 1, 5 Jahre alt.
Ihre Meinungen wären eine große Hilfe. Danke.
Nana
Dieter Ott

DKG-Mitglied
Beiträge: 377
Registriert: 17 Mai 2010 19:40
Kontaktdaten:

Re: Tod während des Schlupfs

Beitrag von Dieter Ott »

Hallo Nana,
solche Zahlen sind natürlich frustrierend. Ganz allgemein können hier viele Gründe eine Rolle spielen. Grundsätzlich ist der Schlupf ein komplizierter Prozess ineinandergreifender Ereignisse. Beim schlupfreifen Embryo geben Drüsen ein Enzym in das Ei ab, das die Eihülle erweicht. Das Ei quillt auf und der Embryo versucht, durch eigene Bewegungen die Eihülle zu durchbrechen und sich von ihr zu befreien.
Eine Ursache könnte im Wasser liegen. Du hast nicht geschrieben, ob Du Leitungswasser verwendest. Leitungswasser sieht zwar sehr schön sauber, richtig rein aus. Aber Leitungswasser ist kein Aquarienwasser und enthält oft zeitlich wechseln Stoffe, die zumindest nicht förderlich sind und deren Zugabe nicht angekündigt werden. Vielleicht hilft abgestandenes Wasser? Ich nehme in vielen Fällen Regenwasser, weil die osmotischen Verhältnisse den Schlupf im Vergleich zu dem etwas härteren Leitungswasser fördern.
Ich frage mich, aus welchem Grund Du Catappablätter zugibst. Hast Du hiermit bereits gute Erfahrungen gesammelt? Ich würde eher befürchten, dass sie das Wasser ansäuern. Unter Umständen löst dies chemische Reaktionen an der Eihülle aus, die einem Gerben ähnlich sind. Dies würde die Embryonen beim Schlupf beeinträchtigen und ihnen vielleicht mehr Energie abfordern, als ihnen zur Verfügung steht.
Zu überlegen wäre eine Unterstützung des Schlupfs durch eine Belüftung.
Viel Erfolg
Dieter
Nana
Beiträge: 3
Registriert: 01 Sep 2020 09:51

Re: Tod während des Schlupfs

Beitrag von Nana »

Danke. Ja, bisher nahm ich Leitungswasser, die Blätter gab ich dazu, weil ich dachte damit die Keimdichte durch Ansäuerung zu senken. Ich werde jetzt Ihren Rat befolgen und abgestandenes Wasser( in Ermangelung von Regenwasser) verwenden. Gibt es ideale Wasserwerte bezüglich PH, KH, GH, die man einstellen sollte?
Danke nochmals für die Anregung.
Dieter Ott

DKG-Mitglied
Beiträge: 377
Registriert: 17 Mai 2010 19:40
Kontaktdaten:

Re: Tod während des Schlupfs

Beitrag von Dieter Ott »

Hallo Nana,
ich bin kein Spezialist in Sachen Leuchtaugen, aber dass es keine idealen Wasserwerte für sie gibt, ist Realität. Eigentlich kommt die Mehrzahl in sehr weichem Wasser vor. In der Praxis hat es sich aber gezeigt, dass die Pflege und Zucht in härterem Wasser besser klappt.
Nachdem die Eientwicklung bis zum Schlupf bei Dir anscheinend ungestört läuft, würde ich bis zu diesem Punkt nichts groß ändern. Für meine Pantoffeltierchen verwende ich seit Jahren Volvic, ein weiches französisches stilles Wasser. Vielleicht nimmst Du davon mal für die Zeit kurz vor dem Schlupf bis danach "einen Schluck". Es wäre schön, wenn Du über die Ergebnisse ein paar Zeilen schreiben würdest. Zum Trost: Zusätze zum Leitungswasser haben schon etliche Züchter in den Wahnsinn getrieben.
Gruß
Dieter
Ole Cologne
Beiträge: 26
Registriert: 27 Apr 2020 22:16
Wohnort: Köln
Kontaktdaten:

Re: Tod während des Schlupfs

Beitrag von Ole Cologne »

Hallo Nana,

ich bin absoluter Anfänger in Sachen Leuchtaugen, aber es scheint bei mir etwas richtig zu laufen. Ich halte 15 Poropanchax normani (mit 2 Paaren Fenerbahce devosi, 25 Boraras brigittae, Caridinas und Neocaridinas) in einem 80x40x25cm-Becken. Es ist in den hinteren zwei Dritteln recht dicht mit Stängelpflanzen, darunter auch vielen feinfiedrigen, durchwuchert. Eine Woche nach dem Einsetzen hatte ich bereits circa zwei Dutzend Jungfische, die sich im Becken problemlos halten und schnell wachsen. Ich füttere mit etwas Staubfutter und Cyclops.

Ich habe sehr weiches Wasser (70 µS, pH 6,8, 21-25°C) mit einigen Tanninen durch Erlenzapfen und Buchenlaub, dazu eine leichte konstante Strömung. Vielleicht könnte es ja bei Dir auch besser klappen, wenn Du die Eier/Jungtiere im Becken belässt und ihnen noch mehr Versteckmöglichkeiten bietest?

Wie gesagt, ich habe da keine weitergehenden Erfahrungen. Ich kann Dir nur sagen, wie es bei mir klappt ;)

Liebe Grüße aus Köln und gutes Gelingen!

Ole
Nana
Beiträge: 3
Registriert: 01 Sep 2020 09:51

Re: Tod während des Schlupfs

Beitrag von Nana »

Hallo, nochmals. Danke für alle Hinweise. Ich gebe jetzt Aquarienwasser und abgestandenes Wasser in die Zuchtschale. Der Schlupf läuft tatsächlich besser und reicht jetzt zur Erhaltung vollkommen aus.
Am Anfang hatte ich auch viele Junge, die im Becken hochkamen. Doch die Halbwüchsigen suchen das Pflanzendickicht akribisch ab, da haben die Geschwister kaum eine Chance.
Alles Gute.
Antworten